Wandel gestalten - Mensch bleiben - resilient sein

 

Krisen machen resilient

 

Wendepunkte im Leben führen erst zu der Stärke, die man braucht, sagt Emmy Werner. „Krisen machen resilient“. Die Entwicklungspsychologin hatte 1955 eine Längsschnitt Studie mit 698 geborenen Kindern auf der Insel Kauai im Hawai-Archipel durchgeführt und sie 40 Jahre lang begleitet.

 

Ihr großes Interesse galt dabei jenen 210 Kindern, die unter schwierigen sozialen Bedingungen aufwuchsen; in ärmlichen Verhältnissen, mit ungebildeten oder alkoholsüchtigen Eltern, in einem Umfeld voller Streit und Gewalt. Zwei Drittel wurden erwartungsgemäß häufiger delinquent, sie waren psychisch wie physisch weniger gesund und später beruflich nicht erfolgreich.

 

Das wichtigste Ergebnis dieser Studie war jedoch etwas anderes: ein Drittel dieser Kinder entwickelte sich positiv. Sie waren als Kinder und später auch als Erwachsene selbstsicher, zuverlässig und leistungsfähig. Es gab bei ihnen weniger Scheidungsfälle und Gesundheitsprobleme als in der Vergleichsgruppe. Emmy Werner fand bei ihnen eine hohe Ausprägung von Flexibilität, Kreativität, Bewältigungskompetenz und Selbstwirksamkeit sowie eine enge Bindung an mindestens eine Bezugsperson. Sie pflegten stabile Beziehungen zu Freunden aus gut situierten Familien und nahmen sich Lehrer oder andere Bezugspersonen zum Vorbild. Diese Merkmale und Bedingungen machten sie offenbar widerstandsfähig gegen psychosoziale Risikofaktoren. Mit diesem Ergebnis war das Konzept einer, gegen belastende Umwelteinflüsse unempfindlich machende Resilienz geboren.

 

Die Ergebnisse der Kauai Studie sind seitdem zahlreich bestätigt worden. Die beiden Psychologen Reivich & Sattle schließlich formulierten die "Sieben Säulen der Resilienz":

 

Emotionsregulation

Handlungskontrolle

Analysestärke

Selbstwirksamkeit

realistischer Optimismus

Empahie  und Beziehungsfähigkeit

Entwicklung und Grenzerweiterung

 

Resiliente Menschen zeichnen sich also dadurch aus, dass sie mit Zuversicht, Gelassenheit, Selbstvertrauen, Mut und Menschlichkeit die Herausforderungen angehen, die ihnen das Leben stellt. Sie sind nicht übertriebene Optimisten, sondern zeichnen sich durch die Zuversicht aus, dass auch Rückschläge im Leben dazugehören, diese nicht ihren Selbstwert zerstören sondern sie eine Quelle des Lernens sind, um es das nächste Mal anders zu machen. Sie wählen dann den Weg, auf dem sie wirklich erfolgreich sind.

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